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Dr. Fred Zülli
In dieser Folge spricht Kristina Carmen Bernhöft mit Dr. Fred Zülli, dem Gründer und langjährigen Leiter der Mibelle Biochemistry, einer Business Unit der Schweizer Mibelle Group, die bis vor kurzem Teil des Migros Konzerns war.
Unter seiner Führung entwickelte sich Mibelle Biochemistry zu einem international anerkannten Forschungs- und Innovationszentrum für biotechnologische Wirkstoffe – und gilt heute als Wegbereiter für die Verbindung von moderner Zellbiologie und kosmetischer Wirksamkeit.
Seit mehr als drei Jahrzehnten widmet sich Dr. Fred Zülli der Erforschung biologischer Prozesse, die die Hautalterung beeinflussen. Seine Vision: natürliche Mechanismen durch biotechnologische Präzision nutzbar zu machen – kontrolliert, reproduzierbar und frei von Umweltbelastungen.
Während natürliche Rohstoffe zunehmend durch Schadstoffe, Pestizide oder Schwermetalle verunreinigt sind, bietet die Biotechnologie die Möglichkeit, hochreine Wirkstoffe unter exakt definierten Bedingungen zu gewinnen. Sie steht damit für eine neue Form von Nachhaltigkeit – eine, die wissenschaftliche Kontrolle mit natürlicher Herkunft vereint.
Das Gespräch dreht sich um das Konzept der Longevity, also den Erhalt einer möglichst langen gesunden Lebensspanne (Healthspan) im Verhältnis zur gesamten Lebenszeit (Lifespan).
Für Dr. Fred Zülli steht nicht das Aufhalten des Alterns im Mittelpunkt, sondern die Bewahrung biologischer Vitalität – im Körper ebenso wie in der Haut. Die Haut ist dabei Spiegel eines umfassenderen Gleichgewichts von Zellgesundheit, Stoffwechsel und Lebensstil.
Zwei wissenschaftliche Ansätze prägen diesen Gedanken:
Zellbiologische Strategien: Stammzellen und „Zombiezellen“
Dr. Fred Zülli beschreibt die Hautalterung als Zusammenspiel zweier Prozesse:
Zum einen nimmt die Aktivität der Hautstammzellen ab – sie teilen sich seltener und verlieren Regenerationskraft. Zum anderen häufen sich sogenannte , die zwar überleben, aber entzündliche Signale aussenden und gesunde Zellen beeinflussen.
Neue Forschungsansätze, sogenannte Senolytika, zielen darauf ab, diese Zellen gezielt zu entfernen, um die Regeneration zu fördern – ein Prinzip, das weit über die Haut hinausreicht und das Verständnis von Alterungsprozessen grundsätzlich verändert.
Mit der Entwicklung des Apfelstammzell-Extrakts aus der seltenen Schweizer Sorte Uttwiler Spätlauber hat Dr. Fred Zülli einen wissenschaftlichen Meilenstein gesetzt.
Er war der Erste, der zeigte, dass pflanzliche Stammzellen – unter sterilen, kontrollierten Bedingungen kultiviert – die Vitalität menschlicher Hautstammzellen positiv beeinflussen können.
Dieses Konzept verband erstmals botanische Vielfalt, biotechnologische Reinheit und funktionelle Wirksamkeit und prägte seither die Forschung zahlreicher internationaler Kosmetikmarken.
Der entscheidende Vorteil: Biotechnologische Herstellung gewährleistet gleichbleibende Qualität, Reinheit und Sicherheit, unabhängig von Erntezyklen, Klima oder Bodenbeschaffenheit.
Epigenetik und Exosomen – Die Zukunft der Zellkommunikation
Im Gespräch erläutert Dr. Fred Zülli zudem zwei weitere zentrale Forschungsfelder:
- die Epigenetik, also die Beeinflussbarkeit der Genaktivität durch Umwelt und Lebensweise – ein Prozess, der reversibel ist und durch gezielte Wirkstoffe positiv moduliert werden kann;
- und die Exosomen, winzige Botenpartikel, die Zellen zur Kommunikation nutzen. Pflanzliche Exosomen eröffnen hier neue Wege, um Regenerationssignale auf natürliche Weise zu übertragen und die Hautfunktion gezielt zu unterstützen.
Ganzheitliche Perspektive
Zum Abschluss betont Dr. Fred Zülli, dass Hautgesundheit Ausdruck eines umfassenden biologischen Gleichgewichts ist. Ernährung, Bewegung, Schlaf, mentale Balance und soziale Bindung sind ebenso entscheidend wie Pflege und Wirkstoffe.
„Der Traum vom Jungbrunnen ist alt – doch mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen rücken wir ihm heute ein Stück näher.“
Dr. Fred Zülli